Kindgerecht Wohnen

Die eigenen Kinder sicher und unbeschwert aufwachsen zu sehen, ist für Eltern die Erfüllung eines Lebenstraums. Mit dem Bau eines Hauses stellen Familien bereits die Weichen für ein langes, gedeihliches Zusammenleben. Der Grundriss sollte den Bedürfnissen und Gepflogenheiten angepasst werden. Zu berücksichtigen sind insbesondere die mit dem Alter veränderlichen Ansprüche der einzelnen Familienmitglieder an das Haus und planen den gemeinsamen Lebensraum ebenso vorausschauend wie wandelbar. Sind die Kinder jung, empfiehlt es sich, schon bei der Wohnraumgestaltung auf Details zu achten, die den Alltag erleichtern. Eine Treppe mit großen Stufen ermöglicht Kinderfüßen ein eigenständiges Heraufgehen. Ein niedrig angebrachtes Kinderwaschbecken macht das Zähneputzen leichter. Gesicherte Steckdosen und Herdplatten schützen das Kleinkind vor Verletzungen und Rauchmelder warnen vor den Gefahren des Feuers. Vorteilhaft ist es auch, einen größeren Raum zum Waschen und Trocknen der reichlich anfallenden Wäsche einzuplanen, sowie einen separaten Vorratsraum, in dem Windeln und andere Vorräte verstaut und bequem erreicht werden können. Im günstigsten Fall hat jedes Familienmitglied, das im neuen Haus wohnt, von Anfang an sein eigenes Reich. Die Räume sollten jedoch so aufgeteilt und angeordnet sein, dass sie sich mit den Bedürfnissen ihrer Bewohner verändern lassen. Sind zum Beispiel alle Räume in etwa gleich groß, lichtdurchflutet und bezüglich der Möblierung nicht festgelegt, kann ihre Nutzung ohne viel Aufwand getauscht oder verändert werden. Während kleine Kinder gern im großen Ehebett nächtigen und ihre Eltern bevorzugt auf Rufweite in ihrer Nähe wissen, wünschen sich Jugendliche ihr Reich möglichst weit ab von den kontrollierenden Blicken der Erwachsenen. So verwandeln sich großzügige Zimmer mit viel Platz und Stauraum für Spielsachen im Lauf der Jahre zu Jugendzimmern mit Gästebereich und später vielleicht sogar zu Arbeitsräumen mit Platz für Schreibtisch und Computer. Auch der Ausbau einer weiteren Etage kann das Zusammenleben erleichtern, wenn Kinder zu jungen Erwachsenen werden. Wo räumliche Nähe anfangs beruhigend wirkt und kleinen Entdeckern die nötige Sicherheit gibt, ihre Welt zu erkunden, zieht es Jugendliche in separate Wohnbereiche, in denen erste Selbstständigkeit erprobt werden kann. Wer sich in einer solchen Situation vergrößern möchte, weiß es zu schätzen, wenn in der Planung des Hauses bereits die Wohnraumerweiterung berücksichtigt wurde. Auch für Eltern ist es wichtig, sich persönliche Rückzugsbereiche einzurichten. Hobbyräume oder Leseecken ermöglichen es den Erwachsenen, abzuschalten und Kraft zu sammeln für die Anforderungen, die ein Familienleben mit Haus und Garten, Job und Kindern täglich an sie stellt. Gespräche mit Freunden müssen auch einmal von Kinderohren ungehört geführt werden können, und besonders für Eltern ist es wichtig, sich Freiräume für Zweisamkeit zu schaffen. Ein gemütliches Esszimmer oder eine freundliche Wohnküche bietet die Basis für Begegnungen der Familienmitglieder. Ein großer Tisch schafft Gelegenheit zum gemeinsamen Essen und für familiäre Gespräche. An dunklen Tagen trifft man sich hier zum Karten spielen, und in der Weihnachtszeit entstehen schmackhafte Plätzchen. Vom ersten Schulzeugnis bis zur Bewerbung um den Ausbildungsplatz gehen über einen Familientisch im Laufe der Jahre viele Schriftstücke, die vom Leben und Wirken der Bewohner eines Hauses zeugen. Grund genug dafür, ihm ausreichend Raum zu bieten und ihn als sozialen Mittelpunkt zu pflegen.

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