Finanzierungskonzept


In Krisenzeiten zählen Werte von Beständigkeit. Gerade derzeit bietet es sich also an, das mühsam verdiente Geld einzusetzen, um sicheres Eigentum in Form eines Hauses zu schaffen. Voraussetzung dafür, dass das auch gelingt, ist ein passendes und im Notfall vor allem flexibles Baufinanzierungskonzept. Die Möglichkeiten für eine entsprechende vertragliche Gestaltung sind so umfangreich, dass an dieser Stelle nur ein ganz grundlegender Einblick geboten werden kann. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, den eigenen Hausbau zu finanzieren – entweder über Bausparverträge, Darlehen oder Lebensversicherungen. Im Vorteil ist derjenige, der möglichst viel Eigenkapital angespart hat – sei es in Form von Sparguthaben oder Bausparverträgen. Damit sinken der Finanzierungsumfang, die späteren Raten und somit die Gesamtkosten für die Baufinanzierung. Obwohl es sich empfiehlt, so viel Eigenkapital wie möglich in die Hausfinanzierung einfließen zu lassen, sollte sich der Bauherr eine Reserve vorbehalten, damit sein Finanzierungskonzept bei unerwarteten Ausgaben nicht gleich aus den Fugen gerät. In Bezug auf die Modelle, Konditionen und Laufzeit einer Baufinanzierung lohnt sich der Vergleich so vieler Angebote wie möglich. Ratsam ist es, mit den einzelnen Finanzierungsberatern von Banken, Bausparkassen, Versicherern oder Vermittlungsgesellschaften möglichst persönliche Termine zu vereinbaren und verschiedene Varianten konkret durchzurechnen. Bevor der künftige Bauherr in ein solches Gespräch geht, sollte er genau prüfen, wie viel Eigenkapital er aufbringen kann, welche Sicherheiten er zu bieten hat und welche anderweitigen Verbindlichkeiten bereits existieren. Obwohl der Effektivzinssatz bei rund 4 bis 6 Prozent derzeit recht niedrig liegt, sollte man auf die vertragliche Vereinbarung von Sondertilgungen und Tilgungsanpassungen bestehen. Steht später einmal mehr Geld zur Verfügung, kann das Darlehen schneller abgelöst werden, und der Kreditnehmer spart bares Geld. Klassisch werden Hausfinanzierungen durch Banken und Sparkassen als Annuitätendarlehen angeboten. Die Bank streckt das vom Bauherren benötigte Geld vor, und der Bauherr zahlt über einen festgesetzten Zeitraum (zwischen fünf bis 25 Jahre) monatlich eine bestimmte Rate zurück. Diese Rate setzt sich zusammen aus einem geringen Tilgungs- und einem höheren Zinsanteil. Im Laufe der Zeit verringert sich die Restschuld und damit auch der geschuldete Zinsanteil. So wird der Tilgungsanteil im Laufe der Jahre immer größer. Je länger eine feste Zinsbindung vereinbart wird, desto sicherer ist die Finanzierung. Sollte sich der Zins nach Ablauf der Zinsbindung erhöhen, hat der Bauherr bereits einen erheblichen Anteil seiner Schuld getilgt, so dass er eine Erhöhung der Zinsen nicht so deutlich spürt. Daneben bieten sich Finanzierungsbausteine in Form von Versicherungsdarlehen an. Sie bilden eine Kombination aus tilgungsfreiem Darlehen und einer Kapital bildenden Lebensversicherung. Der künftige Bauherr zahlt in diesem Fall nur die fälligen Zinsen des Darlehens und die Raten für die Lebensversicherung. Er tilgt zwar zunächst nicht die Schuld, kann sie aber bei Fälligkeit der Lebensversicherung auf einmal zurückzahlen. Da jedoch die Ablaufleistung der Lebensversicherung nicht garantiert werden kann, können bei dieser Variante finanzielle Lücken entstehen, die der Kreditnehmer aus eigener Tasche zu schließen hat. Neuerdings bietet sich besonders für Familien mit Kindern eine Finanzierungsvariante über das so genannte „Wohn-Riester-Model“ an. Unter bestimmten Voraussetzungen fördert der Staat solche Finanzierungen für selbst bewohnte Eigenheime. Fachleute sind sich darüber einig, dass sich der Abschluss eines solchen Vertrages nur rechne, wenn der vereinbarte Zinssatz nicht mehr als einen halben Prozentpunkt schlechter als bei einem ungeförderten Kredit ist. Auch ist der Abschluss eines solchen Darlehens mit viel Papierkram verbunden, und unter bestimmten Vor-aussetzungen muss die Förderung sogar zurückgezahlt werden – zum Beispiel, wenn das Haus nach Scheidung verkauft oder vermietet werden soll. Werden jedoch die staatlichen Förderungsmöglichkeiten bei einem passenden Zinssatz mit dem „Wohn-Riester-Modell“ voll ausgeschöpft, rechne sich diese Variante durchaus. Es lohnt sich also, den Finanzierer auch danach zu fragen. Für den künftigen Bauherren kann sich auch eine Prüfung lohnen, ob er eventuell sonstige zinsgünstige Kredite vom Staat, wie von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW), in Anspruch nehmen kann. An dieser Stelle helfen neben der Bank des Vertrauens auch die Mitarbeiter der behördlichen Bauämter weiter. Natürlich ist man als Bauherr dazu bereit, den Gürtel enger zu schnallen. Aber was einige Jahre gut geht, muss nicht reibungslos funktionieren, bis alle durch den Hausbau entstandenen Verbindlichkeiten abbezahlt sind. Wichtig ist also, auch während der Zeit der Tilgung finanziell flexibel zu bleiben, damit unvorhergesehene Kosten oder Ereignisse nicht die Gesamtfinanzierung und somit das Glück der neuen Eigenheimbesitzer trüben. Eine Baufinanzierung muss passen wie ein maßgeschneidertes Kleid. Sie muss gut sitzen aber auch genug Luft zum Atmen lassen.

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