Baugrundstück

So einfach wie die Entscheidung für das Bauen, so schwer fällt vielen Bauherren die Antwort auf die Frage, wo denn das neue Haus einmal stehen soll. Wer nicht gerade bei den Eltern „im Garten“ baut, hat hier die Wahl, die - wenn man einige Grundlagen beachtet - aber nicht zur Qual werden muss. Die meisten Baugrundstücke werden über den freien Markt verkauft. Angebote finden sich in Zeitungsinseraten, beim Makler oder bei den örtlichen Banken. Wichtig, wie bei allen Fragen rund um das Bauen ist, dass man sich zunächst klar macht, welche Ansprüche man an das neue Lebensumfeld hat. Wer nicht weit zur Arbeit fahren will, schaut sich in deren Umgebung um. Sind die Bauherren bereits im Ruhestand, finden hier andere Faktoren, wie die Nähe zu Freunden oder die Möglichkeit zum Erhalt der Selbstständigkeit vor Ort Berücksichtigung. Auch die Frage nach der Größe des Grundstücks beeinflusst seine Lage. Während in den meisten Neubaugebieten kleine Grundstücke (rund 400 bis 600 Quadratmeter) vorgesehen sind, finden sich größere Grundstücke eher vereinzelt. Die Größe des Grundstücks orientiert sich an der Größe des Hauses und nicht zuletzt an der Frage nach dessen künftiger Nutzung. Kinder, Gartenarbeit und Tierhaltung zum Beispiel brauchen viel Platz. Entscheidend ist weiter, welche Infrastruktur gewünscht ist. Während der naturverbundene Typ eher eine ländlich geprägte Region mit landwirtschaftlich genutzten Flächen und Wäldern bevorzugt, schätzt der gesellige Typ die Nähe zu Stadtzentrum, Kino und Tanzlokal. Auch die Familiensituation ist entscheidend für die Frage nach dem geeigneten Bauplatz. Wer kleine Kinder hat, will die Schule in der Nähe wissen. Schulkameraden sollen ebenso gut erreichbar sein wie Ärzte und Einkaufsmöglichkeiten. Möchte man in der Nachbarschaft viele Familien mit Kindern, bietet sich der Zuzug in ein neu geschaffenes Baugebiet an. Doch wo erfährt der künftige Bauherr, welche Baugrundstücke überhaupt zur Verfügung stehen? Am einfachsten gestaltet sich hier eine Anfrage bei den Ämtern der Landkreise, Städte und Gemeinden. Die Mitarbeiter der Fachdienste Bauordnung und Städtebau stehen Bauwilligen mit Rat und Tat zur Seite. Sie informieren über vorhandenes Bauland, Infrastruktur und baurechtliche Faktoren. Dazu gehört zunächst das auf Bundesebene geltende Bauplanungsrecht (BauGB), das besagt, wo unter welchen Voraussetzungen gebaut werden darf (Bebauungsplan). Auf Landesebene regelt die Bauordnung die konkreten Anforderungen an ein Bauvorhaben - wie Grenzabstände, Brandschutz oder Statik. Schließlich muss auch das so genannte Baunebenrecht Berücksichtigung finden. Dieses befasst sich unter anderem mit dem Denkmalschutz und Straßenbau sowie Wasser- und Naturschutz. Auch über die Frage nach der Erschließung eines Grundstücks – sprich seine Anbindung an Straßenverkehr, Abwasser-, Strom-, Gas- und Wasseranlagen sowie eventuelle Kosten in diesem Bereich können die Mitarbeiter der Bauämter Auskunft geben. Wer das perfekte Grundstück sucht, tut gut daran, sich von vornherein über bestehende rechtliche Regelungen zu informieren, damit es nicht während der Bauphase oder sogar im Nachhinein zu Problemen kommt, die der Verwirklichung des Traumhauses oder geplanter Nebengebäude im Wege stehen.

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