Baubiologische Aspekte

Immer mehr Menschen reagieren mit Heuschnupfen, Nahrungsmittelunverträglichkeiten und anderen allergischen Reaktionen auf die verschiedensten Umweltreize. Mehr denn je ist es also wichtig, den persönlichen Lebensraum – also das eigene Haus – möglichst frei zu halten von Stoffen, die den Organismus zusätzlich reizen. Baubiologen sprechen außerdem von einer tiefenpsychologischen Wirkung der uns umgebenden Räume. Das ökologische Bauen unter baubiologischen Gesichtspunkten findet folgerichtig immer mehr Beachtung und beschäftigt neben den Mitarbeitern der parc bauplanung gmbh auch Handwerker und natürlich künftige Bauherren. Der Begriff Baubiologie steht für die ganzheitlichen Beziehungen zwischen dem Menschen und seiner Wohnumwelt. In ihrem Mittelpunkt steht der Schutz der Natur ebenso wie der Schutz der Hausbewohner. Nach baubiologischen Gesichtspunkten kann der Fachmann bereits den Bauplatz bewerten. Ein störender Faktor in diesem Bereich ist zum Beispiel eine mögliche Nähe des Grundstücks zu Emissions- oder Lärmquellen. Nachbargrundstücke etwa, von denen Gerüche oder Gase auf das eigene Grundstück wehen, wirken baubiologisch belastend. Auch wiederkehrende Geräusche können sich auf das Wohlbefinden der Hausbewohner negativ auswirken. Ist ein baubiologisch vorteilhaftes Grundstück zum Beispiel in einer lockeren Siedlung mit netten Nachbarn und vielen Pflanzen und Bäumen gefunden worden, erfolgt der Bau des Hauses nach baubiologischen Standards. Im Vordergrund steht hier die Auswahl möglichst natürlicher und schadstoffarmer Baumaterialien. Als typische Emissionsquellen bekannt sind zum Beispiel Farben und Lacke, Kunststoffe, industriell gepresste Sperrhölzer, Kleber und Dämmstoffe. Aber auch Möbel, Pflegemittel und Raumsprays können die Luft im Haus belasten. Die richtige Auswahl ist hier der entscheidende Faktor und sollte im Zweifel mit einem Baufachmann abgestimmt werden. Bei der Orientierung im Dschungel der Qualitäten und Begrifflichkeiten hilft ein Blick auf die Prüfzeichen: So kennzeichnet zum Beispiel der „Blaue Engel” Baustoffe, die im Vergleich mit anderen aus derselben Produktgruppe besonders schadstoffarm sind. Das Siegel „Produkt emissionsarm” des Kölner eco-Institutes bescheinigt synthetischen Materialien geringe Schadstoffabgabe. Und das TÜV-Zeichen „Tox-proof” wird nur Produkten verliehen, die sich nach eingehender Untersuchung als gesundheitlich unbedenklich herausgestellt haben. Aus baubiologischer Sicht bevorzugt verwendet werden sollten heimische Baustoffe möglichst aus der eigenen Region. Das spart Transportkosten und Energie und bremst den internationalen Raubbau an natürlichen und klimarelevanten Ressourcen. Auch die Nutzung von regenerativen Energie- und Wärmequellen für das Haus wirkt sich positiv auf dessen Energiebilanz und somit ebenso auf die Umwelt als auch auf Wohlbefinden der Hausbewohner aus. Von der Wärmepumpe bis zur Isolierung des Hauses achtet der Baubiologe darauf, den Energiebedarf eines Hauses konsequent zu minimieren. Ebenso wichtig wie eine möglichst rasch abklingende Neubaufeuchte ist aus baubiologischer Sicht auch die dauerhaft natürliche Regelung der Raumluftfeuchte im Haus. Diese kann durch gezieltes Lüften über die Fenster gesteuert oder mit Hilfe moderner Belüftungstechnik optimiert werden. Ein regelmäßiger Raumluftaustausch verbessert deren Qualität und reduziert die in der Luft enthaltenen Stoffe wie Sporen, Bakterien, Staub und andere Allergene, auf die der Körper mit Abwehrreaktionen reagieren könnte. Wo es möglich ist, sollten aus baubiologischer Sicht natürliche Baustoffe wie Holz oder Lehm verwendet werden. Auch die spätere Raumgestaltung kann sich an baubiologischen Maßstäben orientieren. Sowohl die Einrichtung eines Zimmers als auch dessen farbliche Gestaltung sollte mit aktuellen physiologischen und ergonomischen Erkenntnissen harmonieren und vor allem individuell auf seine Bewohner abgestimmt sein. Denn dann herrscht die größtmögliche Harmonie, in der der Mensch sich wohlfühlen und sein Leben genießen kann.

Index